Im Herbst 2001 kam es in Sittensen zu einem Feuer, an das sich auch in Jahrzehnten noch jeder erinnern wird, der dabei war. In einer der Lagerhallen des Baustoffhändlers Haase in der Industriestraße kam es in den Abendstunden des 31. Oktobers zu einem Großfeuer. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte um 21.13 Uhr brannte der Mittelteil einer mit Baustoffen gefüllten Lagerhalle. Leider bestand ein Großteil der Baustoffe aus Holz und anderen leicht brennbaren Materialien. Mehrere benachbarte Gebäude, die nur wenige Meter von der brennenden Halle entfernt standen, waren in Gefahr. Ein nie gekanntes Maß an Einsatzkräften musste aufgeboten werden, um diese zu retten. Insgesamt waren rund 250 Einsatzkräfte mit 38 Fahrzeugen unter der Leitung des Sittenser Ortsbrandmeisters Horst Kollecker im Einsatz. Es kamen aber nicht nur alle Wehren aus unserer Samtgemeinde zum Einsatz. Auch die Wehren aus Zeven und Rotenburg/W. sowie die Feuerwehrtechnische Zentrale Zeven unterstützte uns. Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Gemeinde mussten drei Drehleitern gleichzeitig zur Brandbekämpfung eingesetzt werden. In den Morgenstunden des nächsten Tages war klar, dass die Feuerwehren technische Unterstützung brauchten. Somit kam das Technische Hilfswerk (THW) zum Einsatz. Die Ortsgruppe Räumung aus Rotenburg/W. unterstützte uns bei den Lösch- und Aufräumarbeiten.

Nach fast 24 Stunden konnten die meisten Einsatzkräfte nach Hause zurückkehren. Es mussten jedoch in den nächsten drei Tagen immer wieder Glutnester abgelöscht werden. Erst am späten Samstagnachmittag konnte endgültig „Feuer aus“ gemeldet werden. Insgesamt gesehen gelang es den Einsatzkräften nicht nur, alle angrenzende Gebäude zu schützen. Es gelang auch, einen Teil des brennenden Gebäudes zu retten. Trotzdem entstand ein Sachschaden von mehr als 1,5 Mio. DM.

 

  • Die Halle am nchsten Morgen. Quelle: FF Wohnste
  • Die brennende Halle in der Nacht. Quelle: FF Wohnste

In den Jahren 2000 und 2001 befasste sich der Samtgemeinderat immer wieder mit der Situation des Sittenser Feuerwehrhauses. Es wurde immer enger. Neue Fahrzeuge waren immer größer als die Vorgänger. Mit der Gründung der Jugendfeuerwehr war das Machbare erreicht, es musste ein Anbau her. Nach zahlreichen, teils hitzigen Debatten fiel im Samtgemeinderat das OK für einen An-und Umbau. Im Jahr 2001 begannen die Bauarbeiten. Im Westen wurden zwei neue Fahrzeugboxen angebaut, die Fahrzeugbox des Kdow wurde zu einem Umkleideraum. Oberhalb zweier Fahrzeugboxen entstand ein neuer Schulungsraum, der hauptsächlich von der Jugendfeuerwehr und dem Orchester genutzt wird. In den kommenden Monaten legten die Sittenser Feuerwehrleute immer wieder Hand an, um die Bauarbeiten durch freiwillige Arbeit zu unterstützen.

Aber nicht nur der Umbau forderte die Feuerwehr Sittensen. Mit 90 Einsätzen im Berichtsjahr 2002 wurde ein neuer Einsatzrekord erreicht. Dabei mussten nicht weniger als 19 eingeklemmte Personen aus Unfallfahrzeugen befreit werden. Die Einsätze mussten aber nicht nur innerhalb der Samtgemeinde oder auf der Autobahn absolviert werden, sondern auch im Rahmen der Kreisfeuerwehrbereitschaft.

  • Hochwassereinsatz im Amt Neuhaus: Mit Sandscken wird der Deich erhht.

Kreisfeuerwehrbereitschaften wurden nach der Waldbrandkatastrophe 1975 ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, überregional koordinierte Hilfe leisten zu können, ohne den örtlichen Grundschutz zu vernachlässigen. Dazu werden aus verschiedenen Wehren eines Landkreises Einheiten zusammengestellt. Jeder Abschnitt eines Landkreises muss eine eigene Bereitschaft aufstellen. Von der FF Sittensen gehören vier Fahrzeuge zur Bereitschaft Mitte des Landkreises Rotenburg/Wümme: Das Motorrad, der Einsatzleitwagen ELW 1, das Löschgruppenfahrzeug LF 16 und der Schlauchwagen SW 1000.

Vom 19. bis 24.08.2002 waren 16 aktive Mitglieder der FF Sittensen mit der Kreisfeuerwehrbereitschaft im Amt Neuhaus im Einsatz. Es galt dort, im Rahmen des Hochwassereinsatzes Ortschaften zu sichern und Deiche zu erhöhen. Dazu mussten zehntausende Sandsäcke gefüllt und vor Ort Sack für Sack verbaut werden. Als Dank und Anerkennung erhielten die Helfer dafür die Hochwassermedaille.